SMP
PE Legal
20. Mai 2019 Event

Rückblick auf PE Legal 2019

Bei PE Legal 2019 wagten führende internationale PE-Rechts- und Steuerexperten einen Ausblick. Am 27. Februar widmeten sie sich in Berlin rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit PE-Fondsstrukturen und -Transaktionen in Krisenzeiten sowie mit Investitionen an der Schnittstelle von PE und VC.

Impressionen & Meinungen zu PE Legal 2019

Anmeldung zum nächsten PE Legal-Event am 26. Februar 2020

Sign me up!

Begrüßung

Ulrike Hinrichs, BVK, Berlin

Keynote: Was die Wirtschaft bewegt - Megatrends 2019

Marcel Fratzscher, DIW, Berlin

Stürmische Zeiten? Ausblick auf den Private Equity Markt 2019

Das Panel „Stürmische Zeiten? Ausblick auf den Private Equity Markt 2019" griff den einführenden Impulsvortrag von Marcel Fratzscher auf. Gemeinsam mit Herrn Fratzscher, der zunächst den Blick auf die makroökonomische Gesamtlage und aktuelle, gesamtwirtschaftliche Megatrends richtete, diskutierten Ralf Schremper (Oakley Capital) und Jens Zuber (EQT) unter der Leitung von Peter Möllmann (SMP) die Entwicklung des Private Equity-Marktes und dessen Perspektiven im kommenden Jahr.

Die Panelisten waren sich einig, dass das zweite Halbjahr 2018 von zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Negativschlagzeilen bestimmt war, die sich auch auf die allgemeine Stimmungslage in der Private Equity-Branche niederschlugen. Demgemäß ließ sich Ende 2018 ein Rückgang des – allgemein als hoch zu bezeichnenden – Deal-Aktivitätsniveaus beobachten. „Stürmische Zeiten" hätten sich indes, trotz zeitweiser Abkühlung des Marktes Ende 2018, nicht eingestellt. Allerdings, auch hierin waren sich die Panelisten einig, sei es angezeigt, Portfoliounternehmen auf eine rezessive Phase vorzubereiten, z.B. finanzierungsseitig.

Das allgemein hohe Bewertungsniveau sahen die Panelisten durchaus kritisch, stimmten allerdings auch darin überein, dass ein „Multiple-Crunch" vorhersehbar und durchaus auch kompensierbar sei. Eine – im Markt bereits zu beobachtende – Verschiebung des Investment-Fokus etablierter Private Equity-Häuser hin zu Industrien mit hohem Wertsteigerungspotenzial (etwa Software/Internet) sei eine unmittelbare Folge des derzeitigen, hohen Bewertungsniveaus.

Positiv bewerteten die Panelisten das Erstarken der Private Debt-Fonds, die finanzierungsseitig mittlerweile einen bedeutsamen Marktanteil erreicht haben. Nach Meinung aller Panelisten wird die Bedeutung von Private Debt-Fonds weiter zunehmen, wobei in diesem Zusammenhang durchaus auch kritische Fragen, etwa nach dem systemischen Risiko von Private Debt-Fonds angesichts kaum noch vorhandener Spreads, aufgeworfen wurden. Weniger kritisch sahen die Panelisten den zunehmenden staatlichen Protektionismus.

Marcel Fratzscher, DIW, Berlin
Ralf Schremper, Oakley Capital, München
Jens Zuber, EQT, München
Moderation: Peter Möllmann, Schnittker Möllmann Partners, Berlin

Funds I: Regulatory developments to watch out for in 2019

Patricia Volhard, Debevoise & Plimpton, Frankfurt/ London

The panel started with a discussion of questions around fundraising. Firstly, the requirement to produce a key information document (PRIIPs KID) non-professional investors (including high net-worth individuals, family offices, and – potentially – the manager’s staff) was discussed. Phil reported on Brexit, in particular the no-deal preparations taken in the UK. Gilles and Patricia added from the Luxembourg and German perspective. As the last point on fundraising the recent agreement on cross-border distribution of funds directive and regulation has been discussed. Moving on to structuring issues, Fabian presented the current status of sub-threshold managers in Germany and the uptick in the usage of the EuVECA regime. If the investment restrictions can be met the EuVECA regime may be interesting for small-cap PE managers when fundraising in the EU. Talking about structures and governance Patricia and Gilles reported on the questions surrounding advisory structures and delegations some of which have only be laid bare by the upcoming Brexit. While in the past the difference between mere advisory tasks (no MiFID license required) and delegation (MiFID license) has been of lesser importance, with the prospect to losing MiFID passporting rights this has become very relevant. The operations of fund managers will be affected by the upcoming mandatory requirements to reflect ESG criteria in the fund management. As capital call facilities are being used more frequently and fund managers are seeking to deploy them for longer time periods, the regulatory and tax situation is still unclear. This will again become a discussion point in the upcoming AIFMD revision. The industry argues that any facilities that are fully backed by investor commitments to not pose any systemic risk.

Phil Bartram, Travers Smith, London
Gilles Dusemon, Arendt & Medernach, Luxemburg
Fabian Euhus, Schnittker Möllmann Partners, Berlin
Moderation: Patricia Volhard, Debevoise & Plimpton, Frankfurt/ London

Funds II: PE funds in times of crisis – scenarios and possible solutions

For a period of roughly three years, financial experts have argued that the next global financial crisis will hit us very soon. When looking at past developments it – indeed – appears probable that conditions are or will soon be ripe for the next financial meltdown. To name but a few of the factors that may have a contributing effect, there is the ongoing eurozone/sovereign debt crisis, Brexit, the EU constitutional crisis, the US-China trade war and a global revival of protectionism.

Against this background, a little more than 10 years after the Lehman collapse, our panelists discussed the possible scenarios and challenges that GPs and LPs of PE funds may face in a looming financial crisis and shared their experience from the 2008 crisis as well as previous crises. Also, the discussion focused on what has changed since the last crisis – in the PE fund market and for GPs and LPs in particular and touched upon lessons that may have been learned since the last crisis and what may, as a result, be different for GPs and LPs should another financial crisis hit."

Michael Halford, Goodwin Procter LLP, London
Sonya Pauls, Clifford Chance, München
John Rife III, Debevoise & Plimpton, London
Kate Simpson, Proskauer Rose, London
Moderation: Stephan Bank, Schnittker Möllmann Partners, Berlin

Tax: Neue Entwicklungen und Wege in der Besteuerung von Investoren und Initiatoren

Unter der Leitung von Helder Schnittker (SMP) diskutierten Sebastian Gocksch (Triton), Peter Bujotzek (P+P Pöllath + Partners), Jann Jetter (Linklaters), Christian Schatz (Flick Gocke Schaumburg) und Marco Simonis (CliffordChance) über neue Entwicklungen und Wege in der Besteuerung von Investoren und Initiatoren. Zu Beginn des ersten Diskussionsblocks – der die steuerlichen Folgen für Investoren und Investmentvehikel zu Gegenstand hatte – gab Simonis einen Überblick über die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Investorengruppen und die möglichen Rechtsformen für Investmentvehikel. Hierauf aufsetzend untersuchte das Panel sodann die Besteuerungsfolgen, die die Beteiligung an einem Fonds in den verschiedenen denkbaren Rechtsformvarianten hat. Den Schwerpunkt der Betrachtung bildeten dabei die steuerlichen Folgen bei einer Beteiligung an einem körperschaftlich verfassten Investmentfonds (am Beispiel des luxemburgischen SA SICAV RAIF). Im Ergebnis waren sich die Panelisten einig, dass diese Ausgestaltung künftig an Bedeutung gewinnen dürfte, da sie unter Anwendung des InvStG 2018 steuerlich robust und selbst für voll steuerpflichtige Investoren, die körperschaftlich verfasst sind, nicht mehr unattraktiv erscheint.

Im zweiten Teil der Diskussion ging es um die steuerliche Behandlung der Carry-Berechtigten bei einer Beteiligung an einem körperschaftlich verfassten Investmentfonds. Auf der Grundlage einer Vielzahl unterschiedlicher Strukturvarianten erarbeiteten die Panelisten dabei die für die steuerliche Behandlung maßgeblichen Faktoren und die auch unter Geltung des InvStG 2018 verlässlichsten Strukturvarianten. Hauptgegenstand der Diskussion war dabei die Frage, unter welchen Umständen und Voraussetzungen eine Anwendung des § 18 Abs. 1 Nr. 4 EStG auch bei Beteiligung an einem körperschaftlich verfassten Investmentfonds möglich erscheint.

Peter Bujotzek, P+P Pöllath + Partners, Berlin
Sebastian Gocksch, Triton Capital Partners, London
Christian Schatz, Flick Gocke Schaumburg, München
Marco Simonis, Clifford Chance, Frankfurt
Moderation: Helder Schnittker, Schnittker Möllmann Partners, Berlin

Transactions I: PE trifft VC – Wachstumsfinanzierung

Das Panel „Transactions II: PE trifft VC – Wachstumsfinanzierung" behandelte Investments von Private Equity-Investoren in Wachstumsunternehmen. Kerstin Kopp (Clifford Chance, Frankfurt), Attila Oldag (Kirkland & Ellis, München), Jens Wenzel (Hengeler Mueller, Berlin) und Nikolas Zirngibl (Hogan Lovells, München) diskutierten unter Moderation von Benjamin Ullrich (SMP, Berlin) drei Erscheinungsformen solcher Beteiligungen: (i) Minderheitsbeteiligungen im Rahmen von (Eigenkapital-)Finanzierungsrunden, (ii) Minderheitsbeteiligungen im Rahmen von Teil-Exits und (iii) Co-Investments von PE und VC-Investoren.

Als Treiber für das Eingehen von Minderheitsbeteiligungen durch Private Equity-Investoren – sei es im Wege über eine Kapitalerhöhung (Primary) oder den Erwerb von Anteilen der Bestandsgesellschafter (Secondary) – wurde zum einen Anlagedruck identifiziert. Zum anderen kann auf diesem Weg ein großer Teil der frühphasigen Wertschöpfung mitgenommen werden. Auf diesem Wege kann auch die fehlende „Leverage" kompensiert werden – im Gegensatz zu Management Buy-Outs oder Leveraged Buy-Outs sind Minderheitsinvestments in aller Regel nicht fremdfinanziert. Neben den kommerziellen Hintergründen für derartige Minderheitsbeteiligungen wurde über Besonderheiten deren rechtliche Ausgestaltung diskutiert.

Schließlich wurden Co-Investments zwischen Private Equity- und Venture Capital-Investoren besprochen. Hierbei handelt es sich um innovative Strukturen, bei denen (operativ tätige) Venture Capital-Investoren Unternehmen gemeinsam mit einem Private Equity-Investor übernehmen. Zwar könnte der Private Equity-Investor den Erwerb in der Regel wohl auch alleine stemmen. Die Beteiligung des Venture Capital-Investors ist aber deshalb gewünscht, weil dieser operative Expertise einbringt und den Zielgesellschaften insbesondere auf dem Weg zur Digitalisierung hilft. Derartige Expertise wird in der Regel über Dienstleistungsverträge, aber auch über einen sog. Ratchet-Mechanismus vergütet.

Kerstin Kopp, Clifford Chance, Frankfurt
Attila Oldag, Kirkland & Ellis, München
Jens Wenzel, Hengeler Mueller, Berlin
Nikolas Zirngibl, Hogan Lovells, München
Moderation: Benjamin Ullrich, Schnittker Möllmann Partners, Berlin

Transactions II: Ende des Booms?

Das Panel „Transactions II: Ende des Booms" behandelte das aktuelle Marktumfeld und Trends in der Private Equity-Branche. Unter der Leitung von Dr. Jörn Wöbke (SMP) diskutierten Dr. Stephanie Hundertmark, Dr. Jan Bauer, Burc Hesse, Dr. Ulf Renzenbrink und Dr. Tim Schlösser zunächst über das gesamtwirtschaftliche Umfeld für Private Equity-Investoren. Es bestand Einigkeit, dass trotz einiger „grauer Wolken" am Himmel weiterhin viele wirtschaftlich bedeutende Transaktionen im Markt seien. Auch die Finanzierungsbedingungen sind nach Einschätzung der Panelisten noch wie vor sehr gut. Zu beobachten sei allerdings die steigende Bedeutung von Debt Fonds.

Ausführlich wurde über die Veränderungen auf Seiten der Investoren gesprochen. Marktteilnehmer wie Family Offices professionalisieren sich durch personelle Verstärkung von ehemaligen Fondsmitarbeitern weiter und werden in bestimmten Marktsegmenten immer stärker mit klassischen Fondsinvestoren konkurrenzfähig. PE-Fonds reagieren auf die zunehmende Konkurrenz durch eine wachsende Spezialisierung auf Branchen und Beteiligungssituationen.

Entwicklungen sind nach Auffassung der Panelisten auch bei Transaktionen selbst zu beobachten. Immer häufiger sind Co-Investments von Fondsinvestoren zu beobachten, die zu einer zusätzlichen Komplexität bei einer Transaktion führen Zunehmend werde von Käuferin erwartet, dass sie mögliche Add on-Akquisitionen von Targets auch trotz geringer Konkretisierung bereits bei ihrer Kaufpreisfindung berücksichtigen. Abschließend wurde ein Blick auf den mittlerweile bei der Beteiligung von Finanzinvestoren üblich gewordenen Einsatz von W&I-Versicherungen geworfen. Durch dieses Instrument ist es möglich, eine immer größer werdende Palette von Risiken abzusichern und den Abschluss einer Transaktion dadurch zu erleichtern.

Jan Bauer, Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom, Frankfurt
Burc Hesse, Latham & Watkins, München
Stephanie Hundertmark, Freshfields Bruckhaus Deringer, Berlin
Ulf Renzenbrink, Renzenbrink & Partner, Hamburg
Tim Schlösser, Schnittker Möllmann Partners, Berlin
Moderation: Jörn Wöbke, Schnittker Möllmann Partners, Hamburg

Networking